Landesverkehrswacht Baden-Württemberg e.V.

Verkehrssicherheitsarbeit mit Jugendlichen

Quelle: DVW

Ob mit den Inlineskates oder mit dem Mofa: Als Fahranfänger haben Jugendliche ein erhöhtes Unfallrisiko. In der Regel sind die noch geringe Fahrpraxis und mangelnde Routine Auslöser für ihre Verkehrsunfälle. Deshalb ist es wichtig, die in Kindergarten und Grundschule begonnene Mobilitätserziehung im Jugendalter fortzuführen.

Bei der Mobilitätsbildung mit Jugendlichen kommt es in erster Linie nicht darauf an, Verkehrsregeln zu pauken. Viel wichtiger ist die Stärkung des eigenverantwortlichen Handelns. Daher setzt Mobilitätserziehung dort an, wo besonders viele Jugendliche zusammenkommen, zum Beispiel in Schulen. Mobilitätserziehung gehört nach der Empfehlung der Kultusministerkonferenz zur Verkehrserziehung (1994) zum allgemeinen schulischen Unterrichts- und Erziehungsauftrag. Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, Risiken im Straßenverkehr richtig einzuschätzen, Gefahrensituationen zu vermeiden oder, falls sie nicht mehr zu umgehen sind, zu bewältigen. Mit zunehmen Alter sollen den Jugendlichen Qualifikationen vermittelt werden, die sie für ein selbstständiges, eigenverantwortliches und sicherheitsbewusstes Verhalten im Verkehr benötigen.

Neben der unfallpräventiven Zielsetzung hat die schulische Mobilitäts- und Verkehrserziehung auch das Ziel, den Schülern ein umfassendes, durchaus auch kritisches Verständnis für das System „Verkehr“ zu entwickeln. Letztendlich, so die Zielsetzung des Unterrichts, sollen Jugendliche durch ihre Kenntnisse, Einstellungen und ihr Verhalten im Verkehr einen Beitrag zu einer zukunftsfähigen sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Entwicklung von Gesellschaft und Umwelt leisten.

Skate and Roll

Inlineskaten zählt in der warmen Jahreszeit zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung. Von vielen Aktiven wird der Sport auch als Fitnesstraining betrieben. Inlineskaten eignet sich auch als Ausdauertraining, das mit bei wöchentlichen Inlinetreffs oder Skate Nights zu einem besonderen Erlebnis wird.

Mit einem Anteil von rund 77 Prozent zählen vor allem Jugendliche bis 19 Jahre zu den Inlineskatern. Gerade für sie bedeutet Skaten mehr als eine Sportart: Skaten macht sie mobil – die Inlineskates werden zum Mobilitätsmittel, mit dem kurze Wegstrecken problemlos zurückgelegt werden können.

Deshalb ist es wichtig, dass sie sicher mit ihren Inlineskates umgehen können. Eine schnelle Bremsung, rechtzeitiges Ausweichen vor unerwarteten Hindernissen und sicheres Hinfallen müssen geübt werden.

Skate-Projekte in der Schule bieten eine gute Möglichkeit, diese Verhaltensweisen mit den Jugendlichen einzuüben. Neben praktischen Fahrübungen wird auch über die angemessene Schutzausrüstung, passende Ausstattung und Risikoverhalten gesprochen.

Handbuch mit Übungen und Tipps

„Skate and Roll – Inline-Projekte für die Sekundarstufe I“ ist ein umfassendes Handbuch für Lehrer, das Hinweise zum Inlineskaten für den Verkehrsunterricht gibt. Neben der pädagogischen Aufbereitung des Themas kommen auch die Straßenverkehrsordnung für Skater, Hinweise zur Fahrtechnik, Tipps für das Skaten und die Schutzausrüstung nicht zu kurz. Einen Schwerpunkt bildet die Darstellung von Gefahren und Konflikten.

Zur Veranschaulichung werden Projektbeispiele dargestellt, die für einen interessanten Unterricht aufbereitet sind. Vervollständigt wird das Handbuch mit Folien und Kopiervorlagen für den Unterricht. Damit bietet es ein ansprechendes und umfassendes Angebot für Projekttage, -wochen oder eine freiwillige Arbeitsgemeinschaft.

Quelle: DVW

Mofa fahren

Mofa fahren

Mofa fahren – das bedeutet für Jugendliche einen großen Schritt in Richtung mehr Mobilität. Erstmals können sie sich unabhängig von den Eltern mit einem motorisierten Fahrzeug selbstständig am öffentlichen Straßenverkehr beteiligen. Was neben dem Zugewinn an Freiheit auch wächst: Die Verantwortung für das eigene Verhalten im Verkehrsraum.

In der Schule fahren lernen

Ab dem 15. Lebensjahr dürfen Jugendliche die Prüfung für den „Mofaführerschein“ ablegen. Ab 15 – das bedeutet in einem Lebensabschnitt, in dem das Leben sowieso schon Kopf steht: Das Zurechtfinden in der eigenen sozialen Welt, unterwegs sein mit der Clique und vielleicht auch die erste Liebe lassen Jugendliche übermütig werden. Problematisch wird es, wenn aus Übermut Leichtsinnigkeit oder fahrlässiges Handeln werden. Verantwortung für sich und andere übernehmen ist daher ein zentrales Lernziel.

Bei dem Mofakurs handelt es sich um eine freiwillige Arbeitsgemeinschaft an Schulen im Sekundarbereich I. Abhängig von den landesrechtlichen Bestimmungen kann der Kurs jedoch nicht in allen Bundesländern in der Schule angeboten werden; in diesen Ländern übernehmen die Ausbildung und die Prüfung die regulären Fahrschulen. Findet der Kurs in der Schule statt, wird er von eigens dafür geschulten Lehrern angeboten. Ebenfalls abhängig von den landesrechtlichen Regelungen sind auch die Prüfungsmodalitäten. So erteilen in einigen Bundesländern die Schulen selbst die Prüfbescheinigung, in anderen müssen die Schüler die abschließende Fahrprüfung an einer Fahrschule ablegen.

Der Mofakurs ist Teil der schulischen Verkehrserziehung und greift weiter als eine „normale“ Fahrausbildung. Es geht nicht nur darum, Verkehrsregeln und Fahrpraxis zu vermitteln, sondern maßgeblich um das Verhalten in der Gruppe und die Akzeptanz sozialer Normen, um das Sozialverhalten positiv zu beeinflussen.

Die hohe Eigeninitiative der Mofakurs-Teilnehmer beweist, dass sich die Schüler für den Umgang mit dem Mofa als technischem Gegenstand begeistern genauso begeistern, wie sie gern an dem praxisorientieren Unterricht teilnehmen. Und wer nach bestandener Fahrprüfung die Prüfbescheinigung in der Hand hält, ist für die Teilnahme am Straßenverkehr mit dem Mofa gut gerüstet.

Quelle: DVW

schule-begleitet-Fahren.de

Welche Fahrschule ist für mich geeignet? Was bedeutet BF 17? Welche Alternativen habe ich für mehr Mobilität? Antworten auf diese und andere Fragen bekommen Jugendliche, junge Fahrer, Lehrkräfte und alle anderen, die sich in der Präventions- und Sicherheitsarbeit engagieren, auf der Website „www.Schule-begleitet-Fahren.de“.

Das Projekt

Das Projekt ist eine Initiative für mehr Verkehrssicherheit von Jugendlichen, die in Kürze ihren Führerschein machen wollen und jungen Fahrern, die bereits ihren Führerschein haben. Schule ist besonders geeignet, einen flächendeckenden Ansatz für die Verkehrssicherheit von motorisierten Jugendlichen zu leisten. Sie kann sie in der Phase des Führerscheinerwerbs und der ersten eigenen motorisierten Mobilität - als Fahrer oder Beifahrer - begleiten. "Schule-begleitet-Fahren.de" liefert Anregungen für einen zeitgemäßen Sekundarstufenunterricht ab Klasse 10 zum Thema Verkehr und Mobilität. Das Projekt stellt Lehrern, Verkehrserziehern und allen, die in der Präventionsarbeit tätig sind, Unterrichtsanregungen und Informationen zur Verfügung. Es hat zwei mediale Standbeine: eine Website sowie einen Lehrerleitfaden.

Website www.schule-begleitet-fahren.de

Das Online-Angebot gliedert sich in drei große Bereiche: Informationen, Projektbeispiele und Unterrichtsanregungen. Themen sind Alkohol und Drogen im Straßenverkehr, Begleitetes Fahren ab 17 oder der Führerscheinerwerb. Zu fast allen Themen werden verschiedene Möglichkeiten zur schulischen Mobilitätserziehung bereitgestellt.

Die Unterrichtsanregungen bestehen aus Sachinformationen, Zielbeschreibungen sowie Arbeitsblättern, die als kostenlose Downloads zur Verfügung stehen. Mit der Suchfunktion können aktuelle Unterrichtsbeispiele zu verschiedenen Themen, einzelnen Fächern oder auch für einen bestimmten Zeitrahmen rasch gefunden werden.

Lehrerleitfaden

Der Leitfaden "Schule-begleitet-Fahren.de - Unterrichtsanregungen für Lehrkräfte" beschreibt das Modell des Begleiteten Fahrens mit 17 und zeigt Möglichkeiten schulischer Begleitung auf. Daneben gibt es ausgewählte Unterrichtsbeispiele sowie ausführliche, praxisnahe Tipps und Hinweise zur Unterrichtsorganisation, zum Beispiel einer schulischen AG oder der Planung und Durchführung von Projekttagen. Außerdem werden Methoden der Gesprächsführung vorgestellt.

Die Partner

"Schule-begleitet-Fahren.de" ist ein Projekt der Deutschen Verkehrswacht, der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe, der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen und der Landesverkehrswacht Nordrhein-Westfalen.

Quelle: DVW

Unfallstatistik Jugendliche

Je älter Kinder und Jugendliche werden, desto mehr ist die Lebensgestaltung durch die eigenständige Mobilität geprägt. Der Schulweg wird mit dem Fahrrad zurückgelegt und nachmittags die Strecke zu Freunden oder in den Sportverein zu Fuß gegangen. Die wachsende Mobilität schlägt sich auch in der Unfallstatistik nieder. Ab einem Alter von zehn Jahren verunglücken Jugendliche häufiger mit dem Fahrrad. Bei etwa der Hälfte aller Unfälle, exakt 47 Prozent, handelt es sich um Fahrradunfälle. Deshalb ist es ganz besonders wichtig, einen Fahrradhelm zu tragen.

Zu 20 Prozent verunglücken Jugendliche als Fußgänger, 27 Prozent als Mitfahrer im Pkw. In der Statistik fällt auf, dass Jungen, gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil, im Straßenverkehr stärker gefährdet sind als Mädchen. Die Gründe liegen in ihrer stärkeren Verkehrsbeteiligung und der größeren Risikobereitschaft.