Landesverkehrswacht Baden-Württemberg e.V.

Angespannt! - Mit Fahrradanhänger sicher radeln

Stuttgart, 22. Mai 2017: Fahrräder werden immer mehr für den Transport von Gepäck oder Kindern genutzt. Neben den speziellen Lastenrädern ist der Fahrradanhänger eine günstige und flexible Alternative, da er an den meisten Fahrradmodellen angebracht werden kann. Wer mit solch einem Gespann sicher unterwegs sein möchte, muss vor allem auf eine verkehrssichere Ausstattung achten. Aber auch die besonderen Fahreigenschaften sollte jeder im Blick behalten, um sich und andere nicht zu gefährden.

Ist ein Radfahrer mit Anhänger unterwegs, muss er sein Fahrverhalten anpassen.
Bis zu zwei Kindern unter sieben Jahren dürfen in dafür vorgesehene Anhänger transportiert werden.

 Länger, breiter, tiefer …

Ist ein Radfahrer mit Anhänger unterwegs, muss er sein Fahrverhalten anpassen. Die Länge des Gespanns vergrößert den Kurvenradius. Bei zweispurigen Anhängern muss er auch die Breite mitbedenken und kann nicht mehr durch enge Lücken fahren. Durch seinen tiefen Schwerpunkt rollt der Anhänger zwar relativ stabil, trotzdem kann ein Bordstein ein Hindernis darstellen, der das Gleichgewicht stört – dem Radfahrer ist dann zur vermehrten Vorsicht geraten, um ein Umkippen zu vermeiden. Eine gleichmäßige Verteilung der Ladung ist wichtig.

 … schwerer.

In keinem Fall darf ein Radfahrer das höhere Gesamtgewicht unterschätzen, gerade beim Anfahren oder auf einer Straße mit Gefälle. Auch beim zügigen Abbiegen wirken größere Fliehkräfte, die das Zugfahrrad zur Seite drücken können.
Der Bremsweg verlängert sich ebenfalls durch die höhere Masse. Wichtig ist immer, den Anhänger nicht zu überladen, weil das die Bremsen überfordert. Maximal 40 Kilogramm dürfen zugeladen werden, wenn der Hersteller nicht weniger vorschreibt. Vor allem bei Lastenanhängern mit einer sogenannten Hochdeichsel, die in Sattelnähe am Rahmen befestigt wird, muss die Verzögerung vorsichtig dosiert werden, sonst schiebt der Anhänger das Hinterrad hoch und der Bodenkontakt geht verloren.  

 Nachwuchs im Schlepptau

Bei einer Tiefdeichsel besteht dieses Problem nicht. Sie wird auf Höhe der Fahrrad-Achse angebracht und ist bei Anhängern für die Mitnahme von Kindern vorgeschrieben. Bis zu zwei Kindern unter sieben Jahren dürfen in dafür vorgesehene Anhänger transportiert werden. Für Kinder mit Behinderung gilt die Altersgrenze nicht. Wird nur ein Kind transportiert, muss es in der Mitte platziert werden, um das Gewicht gleichmäßig zu verteilen.

Hartfrid Wolff, Präsident der Landesverkehrswacht Baden-Württemberg: „Kinder sind im Fahrradanhänger sehr sicher. Sie sitzen bequem und sind durch den Aufbau gut geschützt. Trotzdem müssen sie immer angeschnallt sein und es ist wichtig, dass die Eltern darauf achten, dass sowohl die vorgeschriebene Körpergröße als auch das Körpergewicht eingehalten wird. Zudem ist es sinnvoll, dass auch Kindern im Anhänger einen Schutzhelm tragen.“

Gute Fahrradanhänger haben eine entsprechende Prüfnorm und Sicherheitszertifikate. Für zweispurige Anhänger verspricht zum Beispiel die DIN EN 15918 einen hohen Sicherheitsstandard..