Landesverkehrswacht Baden-Württemberg e.V.

Moderne Verkehrswachtarbeit steht vor neuen Herausforderungen

Friedrichshafen, den 28./29.04.17: 133 Personen verunglücken durchschnittlich immer noch jeden Tag auf Baden-Württembergs Straßen bei Verkehrsunfällen. Diese Zahl gilt es weiter zu reduzieren. Doch moderne Verkehrssicherheitsarbeit stellt die 56 örtlichen Verkehrswachten vor neue, große Herausforderungen: Digitalisierung, autonomes Fahren und Aufklärungsarbeit mithilfe Facebook, Twitter & Co. sind Themen, die nur mit einer stärkeren Unterstützung durch die Politik in der Verkehrswachtarbeit umgesetzt werden können.

v.l.n.r: Robert Newart (Geschäftsführer LVW), Martin Hahn MdL (Bündnis 90/Die Grünen), Staatssekretär Martin Jäger (Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration BW) und Präsident LVW Hartfrid Wolff

Präsident Hartfrid Wolff: „Einerseits sind die Chancen durch die Technik erheblich: je besser die Fahr-Assistenzsysteme werden, desto größer kann auch die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer werden. Mit der Fachkompetenz der ausgebildeten Verkehrswächtler und mit großem, fachkundigem Interesse begleiten wir hier konstruktiv die technischen Weiterentwicklungen in den Forschungslabors der Unternehmen und Universitäten. Gleichzeitig sind die Risiken nicht zu vernachlässigen: Die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer wird bspw. durch die vermehrte Nutzung von Smartphones beeinträchtigt. Die Anzahl der Unfälle und trauriger Weise der Todesfälle durch die "Moderne Unaufmerksamkeit" steigt. Hier muss seitens der Politik gegengesteuert werden.“

 

Friedrichshafen, 28./29.04.17: In Friedrichshafen hat die diesjährige 68. Jahreshauptversammlung der Landesverkehrswacht Baden-Württemberg stattgefunden. Gastgeber war die Verkehrswacht Bodenseekreis. Neben den zahlreich erschienenen Mitgliedern aus Verkehrswachten aller Landesteile konnte Präsident Hartfrid Wolff auch zahlreiche Ehrengäste begrüßen. „Die Stadt Friedrichshafen wertschätzt und unterstützt die verkehrs- und gesellschaftspolitisch wichtigen Aktivitäten der Landesverkehrswacht auf Landesebene wie auch speziell in unserer Stadt“, so Dr. Ing. Stefan Köhler, erster Bürgermeister von Friedrichshafen. Auch Staatsminister Martin Jäger aus dem Innenministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg bekräftigt in seiner Ansprache: Mein ganz persönlicher Eindruck ist, dass sich mit Verkehrswacht und Polizei ein starkes Team als Garant der Verkehrssicherheit präsentiert. Unsere gemeinsame „Mission“ in dieser Sache wird weitergehen, das ist sicher“.

 

In seiner Ansprache unterstrich Präsident Wolff, dass sich die Verkehrswachten den oben genannten Herausforderungen stellen und mit dem Land neue Programme entwickeln wollen. „Die Landesverkehrswacht will in Zukunft auch die neuen Medien besser für ihre Kampagnen nutzen. Kinder und Jugendliche, aber auch junge Eltern erreicht man heute nicht mehr mit den klassischen Medien, sondern immer mehr über YouTube-Videos, Instagram, Facebook, Twitter & Co. Aufklärungsarbeit beginnt nicht erst in der Fahrschule, sondern muss, mit den geeigneten Medien, in den Kindergärten und Schulen intensiviert werden. Der fächerübergreifende Ansatz ist entscheidend, d.h.: Fahrregeln im Sachkundeunterricht oder Fahrrad-Fahr-Koordination im Sportunterricht. Hier kann das Pädagogische mit dem Nützlichen verbunden werden. Denn die Ausbildung zum "Fahrradführerschein" in allen 4. Klassen in Baden-Württemberg, die die Verkehrswachten flächendeckend in allen Städten und Landkreisen ehrenamtlich zusammen mit der Polizei übernehmen, reicht angesichts der Herausforderungen durch die wachsende Anzahl an Menschen mit Migrationshintergrund und angesichts der in der Motorik immer eingeschränkteren "Computer-Kids" nicht mehr aus. Doch der Schutz der Kleinsten verdient jede Anstrengung.“

 

Und deshalb ehrte die LVW BW traditionsgemäß einige ihrer engagiertesten Mitglieder: Joachim-Peter Heller wurde das Große Goldene Ehrenzeichen der LVW verliehen. Die LVW honoriert mit diesen Ehrungen den unermüdlichen Einsatz ihrer Mitglieder für die Verkehrssicherheit. Martin Hahn von Bündnis 90/Die Grünen fasste es treffend zusammen: „„Mit der „Vision Zero“, also Null Verkehrstote, hat die Deutsche Verkehrswacht - haben Sie sich und uns allen - ein ehrgeiziges Ziel gesteckt. Prävention ist eine gesamtgesellschaftliche Daueraufgabe.“